Kaitlyn Lewis, KevinRezension von Frankk Mitten in der Nacht rast ein Krankenwagen durch London. In letzter Minute wird das Leben des zweijährigen Christoph gerettet, den der Freund seiner Mutter brutal misshandelt und schwer verletzt hat. So beginnt die herzzerreißende Geschichte eines Mädchens, deren Familie durch Alkohol und Gewalt zerstört worden ist. Mit viel Mut und Klugheit gesegnet, beginnt sie, das beste aus ihrer Situation zu machen und die Möglichkeiten, die sich ihr im Ghetto bieten zu nutzen. Immer auf der Suche nach ihrem Bruder, geht Kaitlyn ihren Weg, auch über Leichen... Der Einband ist schwarz. Auf dem Cover stehen Titel und Name des Autors. Darunter ist das Bild einer jungen Frau zusehen, die den Leser herausfordernd anschaut. In der unteren Ecke steht: „Lange war sie nur Opfer, jetzt schlägt sie zurück.“ „Kaitlyn“ liegt mir als Taschenbuch mit ca. 430 Seiten vor. Mitten im englischen Ghetto beschreibt Kevin Lewis hier die Niederungen des Lebens. Durch den zweiten Handlungsstrang, in dem Kaitlyns Bruder bei einer durchschnittlichen Familie aufwächst, stellt der Autor hier die krassen Gegensätze in der Entwicklung der Kinder und dem Alltag der Bevölkerung heraus. Die Beschreibungen sind sehr Bildhaft und teilweise Brutal. Längere Phasen werden immer wieder durch Zeitsprünge entdeckt. Der Autor will hier nicht eine Biographie in allen Details nachzeichnen, sondern klar die Lebenseinstellungen der verschiedenen Schichten und deren Aufstiegschancen gegenüber stellen. Authentisch und genau schafft der Autor eine verführerische Welt, nicht ohne am Ende den moralischen Zeigefinger zu heben und das Buch mit einem merkwürdigem Ende zu versehen. Die zuletzt hervorgehobene Moralität schneidet leider auf unglaubwürdige Weise in den Handlungstrang. Ohne das Ende, ein hervorragendes, so immer noch ein gutes Buch aus den Fabrikstädten Englands.
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