 | Glaspuppen Thörring, JorunRezension von Arielen Aus der Reihe "Aslak Eira"Zu den Newcomern der skandinavischen Krimi-Szene gehört die 1955 geborene Jorun Thorring, die früher als Gynäkologin in Trondheim gearbeitet hat, aber in Tromsö, geboren wurde. Daher weiß sie durchaus, worüber sie schreibt. Held ihrer Abenteuer im eisigen Norden ist der samische Ermittler Aslak Eira, der als alleinerziehender Vater sich und seinen Teenager-Sohn Niillas durch zubringen versucht. Bisher verlief das Leben jenseits des Polarkreises in ruhigen Bahnen, da nicht so viele Kapitalverbrechen geschehen und die meisten relativ durchschaubar sind, weil sie entweder durch menschliche Leidenschaften verursacht wurden oder durch die Auseinandersetzungen mit den russischen Schmugglern geschehen. Doch dann werden kurz hintereinander zwei Studentinnen tot aufgefunden. Der Verdacht auf Selbstmord wird schon nach der Obduktion des ersten Opfers ausgeschlossen, denn der Gerichtsmediziner findet durch Zufall einen Einstich in einem Leberfleck auf der Haut des ersten Opfers und in diesem ein winziges Glasröhrchen mit dem gefährlichen Pflanzengift Ricin. Auch die zweite Tote ist durch das gleiche Mittel gestorben. Es sieht also so aus, als sei der gleiche Mörder am Werk. Doch welche Verbindung gibt es zwischen den beiden jungen Frauen, die, die unterschiedlicher nicht sein können. Warum mussten Beate Mohberg und Hilde Samuelsen? Sind auch noch andere junge Frauen durch diesen geheimnisvollen Serienkiller in Gefahr? Zusammen mit seiner ehrgeizigen jungen Kollegin Kine Berger nimmt Aslak die Suche auf und sondiert das Umfeld der jungen Studentinnen. Erst nach und nach bekommt er eine Ahnung von dem, was geschehen sein könnte, doch da geschieht ein dritter Mord und der Täter richtet seine Wut nun gegen den lästigen Polizisten. Anders als viele ihrer Kollegen räumt die Autorin dem Täter überraschend viel Raum ein und lässt ihn neben dem Ermittler und seinen Nachforschungen agieren. Natürlich ist er diesem immer mehr als einen Schritt voraus, erst zum Ende hin verkürzt sich dieser Abstand entsprechend. Doch wirkliche Spannung will irgendwie nicht aufkommen, da es der Autorin nicht wirklich gelingt, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie glaubwürdig agieren zu lassen. Zwar sind interessante Ansätze da, sie werden aber in den seltensten Fällen ausgenutzt und wirklich so hervorgehoben, dass man ihre Bedrohlichkeit ernst nimmt. Auch die Ermittlung gehen über eine routinemäßige Befragung der Verwandten und Freundinnen der Toten nicht hinaus, die leider auch keine besonderen Hinweise ergeben. Letztendlich plätschert das Buch über weite Strecken Buch nur so dahin, erst am Ende nimmt es etwas an Fahrt auf, doch da ahnt man schon, worauf es letztendlich hinaus läuft. Man wird in seinen Vermutungen auch nicht enttäuscht. Gerade die Figur des samischen Kommissars lässt zu wünschen übrig, da er im ganzen Buch weder Profil noch Tiefe entwickelt, so dass er dem Leser fremd bleibt. Alles in allem ist „Glaspuppen“ eher ein enttäuschender skandinavischer Krimi, der zwar einige gute Ideen hat, aber diese nicht wirklich umsetzen und einbinden kann. Deshalb gehört er nicht zu den Romanen, die man unbedingt kennen muss und sollte. Leider. Datenbank:0.0008 Webservice:0.1482 Querverweise:0.2129 Infos:0.0014 Verlag,Serie:0.0964 Cover:0.8486 Meinungen:0.0023 Rezi:0.0002 Kompett:1.3113 |  |