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Ohne eine Spur

Stanley, Mary

Rezension von Arielen

Mary Stanley ist die Tochter einer irischen Hockeyspielerin, wurde aber in London geboren. Ihre Jugend verbrachte sie in irischen Klosterinternaten, studierte später aber unter anderem auch in Tübingen. Heute lebt sie mit ihrer Tochter in Dublin.
So ist es vielleicht nicht verwunderlich, das ihr Debütroman „Ohne eine Spur“ eine Jugend schildert, wie sie sie zum Teil selbst erlebt haben dürfte.

Die Familie Dunville gehört zu den hoch angesehenen Familien Dublins, und so besuchen auch deren Töchter Bella, Beck und Brona die besten Schulen im Umkreis und das sind nun einmal die strengen Klosterinternate.
Vor allem Bella ist der Liebling der Familie und ihrer Lehrer. Das Mädchen weiß schon als Kind die Erwachsenen um den Finger zu wickeln und ihre Schönheit in vollem Maße auszunutzen. Mit ihren blauen Augen und den blonden Locken wirkt sie wie ein Engel – und hält diese Fassade bewusst aufrecht.
Allein Becky, die mittlere Tochter beginnt zunehmend das Spiel ihrer älteren Schwester und deren hinterhältige Manipulationen zu durchschauen. Aber von ihrem Naturell her, begehrt sie nicht dagegen auf, da sie spürt, gegen die Ältere keine Chance zu haben.
Dann verschwindet Bella eines Tages spurlos. Alle Hinweise führen in Sackgassen, und die Polizei beschließt nach einer angemessenen Zeitspanne, die Suche aufzugeben.
Während die Eltern immer mehr verzweifeln und vor allem die Mutter in schwere Depressionen versinkt, macht sich Becky allerdings auf die Suche nach der Wahrheit. Und dabei entdeckt sie verborgene Wahrheiten, die nicht nur Bella betreffen, sondern auch sie selbst, und weit in die Vergangenheit zurück reichen.
Doch die größte Überraschung erwartet sie, als eine erneute Katastrophe die Familie heimsucht.

„Ohne eine Spur“ beginnt recht spannend, da sich die Autorin Zeit nimmt, die Figuren und ihr Beziehungsgefüge ausführlich vorzustellen. Man lernt die Schwestern erst einmal kennen, vor allem Bella und Becky, erfährt von den Geheimnissen, die die Familie zusätzlich belasten und ihrem Lebensumfeld. Dabei zeigt sich, dass sich das spätere Opfer durchaus Feinde geschaffen hat, die Motive für einen Mord oder eine Entführung haben konnten...
Aber genau diese Spuren verfolgt die Autorin in der zweiten Hälfte des Buches nicht weiter. Die Spannung nimmt von Seite zu Seite ab, und auch wenn sie noch einmal mit der Enthüllung des wahren Mörders punkten kann, den sie gut versteckt hat, so wirkt die Lösung doch auch ein wenig unmotiviert, weil sie zufällig daher kommt und nicht, weil die Hauptfiguren intensiv danach gesucht haben.
Überhaupt wirkt der Roman so, als sei das Ende nur geschrieben worden, um der Geschichte einen Sinn zu geben. Denn Mary Stanley räumt anderen Dingen wie der interfamiliären Tragödie und dem Leben der jungen Mädchen im Mädcheninternat einen viel größeren Raum ein, als dem tatsächlichen Kriminalfall. Bellas Verschwinden ist eher eine Nebensache als ein Hauptthema des Buches.

„Ohne eine Spur“ ist zwar ein interessantes Familiendrama, das vor allem in den Beschreibungen des Umfelds der Schwestern und ihrer Entwicklung während der Teenagerzeit punkten kann, aber sein Thema ansonsten mehr oder weniger verfehlt. Denn ein Krimi ist es erst an dritter oder vierter Stelle.

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Wertung

 

Gesamt:

(Mittel)

Anspruch:

(Reiselektüre)

Spannung:

(Langatmig)

Brutalität:

(Jugendfrei)

 

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Infos

 

Sprache:

Deutsch

Autor:

Stanley, Mary

Verlag:

Droemer Knaur, München

Erschienen:

Aug. 2008

Kritiker:

Arielen

ISBN:

3-426-63959-9

ISBN(13):

978-3-4266-395-7

EAN:

9783426639597

Typ:

Taschenbuch

 

Sprachen auf der DVD:

Deutsch

 

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