 | Der Seelenbrecher Fitzek, SebastianRezension von Arielen Bereits mit seinem ersten Roman „Die Therapie“ hat sich der 1971 geborene Autor Sebastian Fitzek einen Platz unter den Stars des Psychothrillers erobert. Inzwischen werden seine Romane in zwanzig Sprachen übersetzt und erscheinen auch in den USA und Großbritannien. „Der Seelenbrecher“ ist nach „Amokspiel“ und „Das Kind“ nun sein vierter Roman und wurde offensichtlich bereits durch unzählige Vorbestellungen zu einem Erfolg. Drei Psychologiestudenten werden von ihrem Professor in eine inzwischen leerstehende psychiatrische Klinik eingeladen, um dort anhand von Akten an den originalen Schauplätzen noch einmal nach zu verfolgen, was dort vor vielen Jahren geschah. Sie sind Teil eines größer angelegten Experimentes, denn mit jeder Aufzeichnung, jeder Notiz, tauchen sie tiefer in die damaligen Ereignisse ab und erleben am eigenen Leib, wie weit Menschen gehen können, wenn sie Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die sie gerade erlernen. Sie erfahren das Grauen und lernen schließlich was echte Angst ist. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht erst einmal ein junger Mann, der „Caspar“ genannt wird. Er leidet unter totaler Amnesie. Nur dann und wann hat er seltsame Visionen von grausamen Taten, von denen er nicht weiß, ob sie echt sind oder pure Einbildung. Und er beginnt darüber nachzudenken, ob er nicht vielleicht „Der Seelenbrecher“ ist, der drei junge Frauen in ein Versteck verschleppt und dort seelisch aber nicht körperlich gebrochen hat. Noch immer sucht die Polizei nach dem Serientäter, besitzt aber keine wirkliche Spur zu ihm. Deshalb kann es gut möglich sein, dass er mehr damit zu tun hat, als ihm lieb ist. Und er hat Angst, sich der Wahrheit stellen zu müssen, denn zwei der Opfer sind ebenfalls in der Klinik, ein drittes scheint gerade eben erst verstorben zu sein. Dann schneidet ein Wintersturm die Klinik von der Außenwelt ab. Ehe sich Ärzte, Pfleger und Patienten verstehen, geschehen seltsame Dinge, die nur einen Schluss zulassen: „Der Seelenbrecher“ hält sich ebenfalls in der Klinik auf und ist wild dazu entschlossen, sein grausames Werk fort zu setzen... Sebastian Fitzek erzählt keine geradlinige Geschichte, sondern arbeitet mit einer Rahmenhandlung, in die er immer wieder Rückblicke einbettet. So erhält man wie die Studenten nur Hinweise auf das, was wirklich in der Klinik geschehen ist, wer der Mörder ist und wie seine Methoden sind und wird ebenso wie diese mit in die Erforschung des Falls eingebunden. Man kann irgendwann gar nicht mehr anders, als selbst seine Schlüsse zu ziehen, den ausgelegten Fährten zu folgen und sich dann zu ärgern, wenn der Autor einem wieder einmal ein Schnippchen geschlagen hat. Dabei spart er nicht mit kleinen aber gemeinen Details, offenen Grausamkeiten und Cliffhangern, die fast jedes Kapitel beenden. So entsteht eine nervenzerreißende Spannung, da man nun wirklich gerne wissen möchte, was eigentlich vor sich geht und wer der heimtückische Täter ist. Das macht die Geschichte extrem spannend, auch wenn die Figuren selbst etwas blass und schematisch bleiben und in erster Linie dazu da sind ihre Funktion in der Handlung zu erfüllen. Das macht letztendlich die Motive des Täters nicht ganz so plausibel, wie sie hätten sein können. Alles in allem wird man aber sehr gut unterhalten und gelungen in einen Bereich eingeführt, den man so bisher noch nicht kennen gelernt hat. Zudem merkt man, dass Sebastian Fitzek sauber recherchiert, aber nicht die Geschichte darüber vergessen hat. Erklärungen und Geschehen gehen Hand in Hand und bieten einen in sich geschlossenen Roman. Das macht „Der Seelenbrecher“ zu einem ausgereiften Psychothriller, der so spannend und actionreich wie ein Film ist und von Anfang bis Ende gut zu unterhalten weiß.
Eure Meinungen:
| Das beste buch das ich je gelesen habe [Sebastian Voichtleitner] |
| Für mich auch das beste Buch das ich je gelesen habe.. An Spannung kaum zu übertreffen. Es hat mich vom ersten bis zum letzten Wort in einen Bann gezogen und mich sogar im Traum nicht mehr losgelassen.. Man sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen - es lohnt sich! [Kerstin] |
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