 | Behind the Eyes of Madness St. Claire-King, Brian „Behind the Eyes of Madness“ ist das erste Zusatzbuch der “After Midnight” Serie, die sich mit verschiedenen Themen rund um das Rollenspiel Fates Worse Than Death beschäftigt. Das erste Band dieser Reihe setzt sich, wie der Titel vermuten lässt, mit dem Wahnsinn in seinen verschiedensten Facetten auseinander. Wer schon einmal das Regelbuch von Fates Worse Than Death in Händen gehalten hat (und davon gehe ich bei den Lesern dieser Kritik einfach mal aus ;), der weiß wie viel Informationsmaterial man auf 464 Seiten Papier pressen kann. In Behind the Eyes of Madness setzt der Autor, Brian St. Claire-King, diese Linie konsequent fort und bringt auf 140 kompakt geschriebenen Seiten allerlei Spielmaterial und Hintergrund unter. Nach einer kurzen Einleitung samt Inhaltsverzeichnis, geht es in Behind the Eyes of Madness direkt zur Sache. Das erste und längste Kapitel - City of Madness -, bringt dem Leser scharenweise Gruppen oder Personen näher, die entweder schon Verrückt sind, oder eine Neigung zum Wahnsinn haben. Diese sind nach Themen sortiert und beginnen mit einer Auswahl an Sexuell Desorientierte, wie Fetischisten und Internet-Sex Süchtige, und einigen Body Mods – Menschen die das Verlangen verspüren ihren Körper zu verändern -, wie Transsexuelle oder auch die Do-Overs, die sich Operationen unterziehen, um besonders Kindlich auszusehen. Der nächste Abschnitt widmet sich den Gewaltverbrechern und ihre Motiven. Hier findet man verschiedene Arten von Mörder, aber auch Vergewaltiger und Pädophile. Das Thema des folgenden Abschnitts ist in meinen Augen das interessanteste, weil originellste, des ersten Kapitels: Die Colins. Colin war einst ein gestörter junger Mann, der die Lust am Töten für sich entdeckte. Als er eines Tages die Möglichkeiten der Gehirnprogrammierung kennen lernte, faste er den Entschluss Kopien von sich anzufertigen, um damit er sein großes Ziel, alle Menschen zu töten, in die Tat umzusetzen. Der Plan funktionierte und seitdem verbreiten sich die Colins wie ein tödlicher Virus und auch Manhattan bleibt nicht von ihnen verschont. Das auch Religionen ihren Anteil an der geistigen Gesundheit von Charakteren haben kann - ob nun im positiven oder negativen Sinne -, beschreibt der Autor auf den nächsten fünfzehn Seiten. Neben einer Liste mit den prozentualen Anteilen der verschiedenen Religionen in Manhattan, gibt es zu jeder Glaubensrichtung einen Abschnitt, der näher auf dessen Auswirkung auf das geistige Heil seiner Anhänger eingeht. Zum Abschluss des Kapitels gibt es noch eine neue Gruppierung, die heimatlosen Verrückten, sowie eine Auflistung der spielbaren Gruppierungen aus Fates Worse Than Death und ihre möglichen geistigen Störungen. Zu vielen der in diesen Kapitel vorgestellten Gruppen oder Personen, gibt es fertige Nichtspielercharaktere auf die der Spielleiter zurückgreifen kann. Das zweite Kapitel – Rules of Madness -, beschäftigt sich hauptsächlich mit dem spieltechnischen Aspekt des Wahnsinn bei Fates Worse Than Death. Hier bekommt man ein realistisches System geboten, mit dem man die geistige Gesundheit der Charaktere simulieren kann. Es fängt mit Trauma Punkten an, die man bekommt, wenn einem was schlechtes wiederfährt und geht bis hin zu Schäden am Gehirn, und die unerfreuliche Folgen. Diese Regeln können zusätzlich zu den normalen Regeln benutzt werden und es gibt sogar ein Charakterbogen für den geistigen Zustand von Charakteren. Im dritten, kurzen Kapitel – Playing Madness -, gibt es nicht etwa Tipps zum spielen von Geisteskrankheiten sondern ganz profan, neue Fertigkeiten und Ausrüstung zu diesem Thema. Im letzten Kapitel – Adventures in Madness -, findet man einige Abenteuerideen und zwei Szenarien: Mein Freund Jim und Colins Braut. Beide sind ziemlich zwar ziemlich kurz geraten, bringen aber den besonderen Flair von Fates Worse Than Death ganz gut rüber. Abschließend stoßen wir auf eine interessante Auswahl an Tabellen. Beispielsweise eine Wahnsinn-Zufallbegegnungstabelle und eine Tabelle für schlechte Eigenschaften eines Lebenspartner, in der man z.B. auswürfeln kann, dass seine Freundin drogenabhängig oder depressiv ist. Behind the Eyes of Madness hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Mit dem Regelsystem kann ich mich nicht wirklich anfreunden, da ich für so etwas, eher die rollenspielerische Herangehensweise bevorzuge. Der mitgelieferte Hintergrund hingegen, bringt uns dies schwierige Thematik der Geistesstörungen auf ansprechende Weise näher und kann durchaus auch für andere Rollenspiele wie Ctulhu oder Kult nützlich sein. Auch die Aufmachung ist, für solch ein “homemade“ Produkt, sehr ordentlich, wobei man schon sagen muss, dass es eher textlastig ausgefallen ist. Behind the Eyes of Madness führt sehr gut die außergewöhnliche Atmosphäre von Fates Worse Than Death fort und erweitert diese um eine interessante Facette, die man allerdings mit Bedacht einsetzen sollte. Das erste Band der After Midnight Serie ist ein nützliches Zusatzbuch, das vor allem durch den realistischen und ansprechenden Hintergrund glänzt und in das jeder FWTD Spielleiter mal ein Blick riskieren sollte. Behind the Eyes of Madness transports very well the unusual atmosphere of Fates Worse Then Death and extends it by an interesting facet, a facet which should be used with caution. The first volume of the After Midnight series is a useful sourcebook, which particularly pleases me because of the realistic and intelligent background. Every FWTD Gamemaster should take a deeper look at it. Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion von WODPortal.de und Rollenspielnetz.de. Die Webseiten sind seit Juli 2005 Teil des X-Zine. Datenbank:0.0009 Webservice:0.4104 Querverweise:0.1101 Infos:0.0032 Verlag,Serie:0.0014 Cover:0.0005 Meinungen:0.0018 Rezi:0.0002 Kompett:0.5288 |  |